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Gavia stellata

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Bezzel

Gavia stellata (Pont.) – Sterntaucher

Status in ME. Seltener, regelmäßiger Wintergast (8), mit Schwerpunkt аn der Küste, seltener Gast im Sommer.

Kennzeichen (p 10). Im Brutkleid Kopf- und Halsseiten grau; auf dem Unterhals rotbraunes Feld (das auf Entfernung schwarz wirkt); Nacken und Oberhals schwarzweiß längsgestreift; Rücken ± einheitlich graubraun. • Schnabel hellgrau mit dunklem First, ad. Brutkleid schwärzlich; Lauf und Fuß schwarz und hellgrau, Schwimmhäute mit fleischfarbenen Zentren; Iris juv. rot bis braun, ad. rosa bis rot.
Verbreitung und Bestand. Zirkumpo- lar von IS über N-GB (IRL), Fenno- skandien, Sibirien (S-Grenze bis 55° N), arktisches Amerika (S-Grenze bis 50° N).
IS: > 1000 (ca 1975). • GB: mind. 750 (ca. 1975) • 8.: ca. 5000 (ca. 1975). – SU: bis Ende 50er Jahre einige BP Lett. SSR.
In Mitteleuropa r. Dz. und Winterg., vor allem аn der Küste, r. einzeln аber auch in allen Teilen des Binnenlandes, hier meist einzeln und nur ganz ausnahmsweise > 100. Dz. аn Ostseeküste ab Sept., im Binnenland meist erst ab Nov.; Abzug März/April; im Mittwinter im Binnenland meist wenige. Rückzugsgipfel Ostseeküste Febr./März. Einzelne Übersommerer (Details z. B. B. Berndt & Drenckhahn 1974, Hill 1976, Meininger 1978, Ulbricht 1980, SCHIFFERLI 1980).
Wanderungen. Stand- und Strichvogel, Kurzstreckenzieher. Wichtigste Winterquartiere in Europa Küstengewässer der westlichen Ostsee, Nordsee und Atlantik von Norwegen bis Biskaya, in kalten Wintern auch N-Küste des Mittelmeeres; östliche Population Schwarzmeer- und Kaspigebiet Im Binnenland geringe Zahlen. Abzug von Brutplatzen schon ab Aug./Sept. bis zum Zufrieren der Gewässer; Hauptwegzugsrichtung S-SW (z. B Mel- TOFTE & KI0RBOE 1973, SCHMIDT 1975, Meininger 1978): Ankunft im Brutgebiet April bis Juni; Nichtbrüter auch Frühsommerwanderungen.
Biotop. Br. аn stehenden Gewässern von der Küste bis ins Gebirge, z. T unmittelbar neben Prachttaucher, doch bevorzugt kleine bis zu 1 ha ohne Fischnahrung (dort z, T höherer Bruterfolg); die meisten Brutpaare fischen innerhalb eines Radius von 8 km vom Nestplatz (Meeresküste oder Binnengewässer). Außerhalb der Brutzeit vorwiegend auf dem Meer in Küstennähe; im Binnenland auf langsam fließenden Flüssen, Seen, Fischteichen und Stauseen.
Nahrung. Fische aus Salz- oder Süßwasser (meist kleine; bis 25 cm nachgewiesen), daneben Frösche, Crusta- ceen, Mollusken, Wasserinsekten (?).
Stimme. Flugrufe gänseartig »gak gak…«, im Brutgebiet (z. T. bei Balz) z. B. rollend-knurrend »ok-ok-ärr«, miauend »miao«, gereiht »auua« oder »wooäar« u. ä.
Verhalten. Tag- und nachtaktiv, Balz meist nachts; Zug tags und nachts. Taucht mit Beinbewegung (aber auch mit Flügelbewegung); Tauchtiefe 2-9 (max. 21) m, Tauchzeit meist nicht >1 min (max. 90 s). Beim Start zum Flug werden Füße synchron mjt den Flügeln bewegt. An Brutgewässern wird durch Kreisen Höhe gewonnen. Beim Landen berühren die nach hinten gestreckten Füße zuerst dаs Wasser, erst dann wird der Körper ± horizontal ins Wasser gesenkt (Details Norberg 1971). Zur Brutzeit Einzelgänger; oft nur 1 BP аn einem kleinen Gewässer, doch mitunter kleine Kolonien. Auf dem Zug und im Winterquartier аn günstigen Stellen kleine bis größere (> 100) Gruppen. »Balzflug«; paarweises Schwimmen mit gestrecktem Hals und abgewinkeltem Kopf (»Plesiosaurierstellung«) oder fast senkrecht erhobenem Vorderkörper (»Pinguinstellung«) usw. als auffallende Bestandteile der Balz bzw. wohl mehr der Reviermarkierung und -Verteidigung (z. B. Bylin 1971, Höhn 1982).
Fortpflanzung. Geschlechtsreife? Monogam, wohl mind. z. T. Dauerpaare, da Brutorttreue wahrscheinlich (Bundy 1978). Nest auf Boden nahe am Wasser oder auf kleinen Inseln; mit Pflanzen ausgelegte Bodenmulde; oft dieselben Nestplätze viele Jahre hintereinander benutzt. Eier langgestreckt; olivbraun bis dunkelbraun, unregelmäßig, spärlich schwarzbraun gefleckt. Gelege 2 (ausnahmsweise 1 und 3) Eier. Legeperiode Schottland 1. Maidrittel bis Anfang Juli (Bundy 1978), in W-Sibirien erst ab Mitte bis Ende Juni. 1 Jahresbrut; Nachgelege möglich. Brutdauer ca. 25-30 d; Legeintervall 1-2, аber auch mehr d. ♂und ♀ brüten und führen auch die Jungen. 6-8 d werden Junge auf dem Land gehudert, können sofort schwimmen, ab 1-3 d tauchen. Fütterung zunächst mit Wasserinsekten und Kleinkrebsen. Führungszeit GB 43 (38-48) d. Bruterfolg: GB1040,7 bzw. GB224 0,35 flügge juv./Brutversuch x Jahr (an kleinen Gewässern größer als аn großen; Bundy 1978); S24 0,79 flügge juv./Brut x Jahr; SFl031,15.
Alter. Ältester Ringvogel 23 Jahre 7 Monate.
Mauser. Jugendmauser (Teilmauser) Körperfedern, ST, z. T. FD Dezember bis März des 2. Kalenderjahres. Brutmauser (Vollmauser) beginnt mit Abwurf aller Schwingen Ende Sept./Okt. und dauert bis Dez. (Höhepunkt des Schwingenabwurfs der ad. Schl.-Holst, z. B. Anfang Okt./Anfang Nov. mit Gipfelpunkt Ende Okt.). • Ruhemauser (Teilmauser) Körperfedern, ST und einige FD Febr. bis April.
Literatur (10). B. Arvidsson, Gavia 7,1981: 41-45. • R. D Bergman & D. V. Derksen, Arctic 30, 1977: 41-51. • C. J. Booth, Scot. B12,1982:33-38. • G Bundy, BS 23,1976: 249-256. • ders., BB 71, 1978: 199-208. • K. Bylin, VF 30,1971:79-83. • P. Lindberg, Zool. Revy 30, 1968: 83-88. J. Lokki & K. Eklöf, Ann. zool. Fenn. 21, 1984: 417-419 • P. L. Meininger, Watervogels 3, 1978:199-209. • H. Meltofte&T. Kiorboe, DOFT 67,1973:109-114 • T. D. H. Merrie, BS 25,1978:119-122. • R. A. & U. M. Norberg, OS 2, 1971: 55-67. R. Pakarinen & O. Järvinen, Lintumies 19, 1984: 46-54 • T. E. Reimchen & S. Douglas, Can. Field- Nat. 94, 1980: 398-404. • G. Schmidt, Ber. Ver. Nat. Heimat Lübeck 13/14, 1975: 44-108. • J. Ulbricht, Abh. Ber. Görlitz 53, 1980: 1-12.

Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe

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Niethammer/Boxberger

Colymbus stellatus Pontoppidan — Sterntaucher.

Gavia lumme. (Gunn.), Naumann XII, S. 139; Urinator stellatus Brünn., Reichenow S. 21.

Beschreibung, ♂ und ♀ ad. im Brut kleid: Der ganze Kopf sowie Halsseiten aschgrau, Oberkopf mit schwarzen Federmitten, auf dem Vorderhals ein langes, rostbraunes Dreieck, dessen Spitze nach der Kehle weist; übrige Unterseite weiß, Kopfseiten dunkelbraun und weiß gefleckt; Hinterhals schillernd schwärzlichgrün mit weißer Fleckung, übrige Oberseite schwarzbraun mit grünlichem Glanz, stellenweise mit kleinen weißen Flecken (s. Abb. 4e—f, S. 39). Schnabel hornschwarz; Füße grünlichschwarz; Iris weinrot. — Ruhekleid: Ganze Unterseite weiß; Oberseite schwarzbraun, auf Kopf und Hinterhals mit weißen Strichen, im übrigen mit deutlich ausgeprägter weißer Fleckung (s. Abb. 4h). — Jugendkleid: wie ad. im Ruhekleid, аber Hinterhals mehr einförmig grau, Oberseite brauner, Flecken grauer, weniger rein weiß und anders gestaltet (s. Abb. 4g). — Mauser: Jugendmauser (Teilmauser) offenbar Februar bis März des 2. Kalenderjahres; Brutmauser (Vollmauser) Oktober bis Dezember; Ruhemauser (?) März bis Mai. — Maße: Flügel (12 ♂) 276—310, ♀ 257—308 mm; Schnabel (vom Nasenloch an) ♂ 38—46, ♀ 33—44 mm, Lauf 67—78 mm (Witherby). Gewicht (3 ♂) 1030 bis 1400 g (Banzhaf, Krohn), (2 ♀) 1199 und 1265 g (Thienemann, Weigold).
Feldornithologische Kennzeichen. Im ganzen C. arcticus recht ähnlich, аber kleiner; nicht viel größer als ein Haubentaucher. Haltung des Halses oft zierlicher; der Kopf schaut beim Schwimmen oft schräg nach oben. Flugbild dem des Prachttauchers fast gleich, Hals anscheinend noch deutlicher „durchgedrückt“. Schnabel erscheint leicht aufgeworfen (Firste des Oberschnabels аn sich gerade; nur durch den nach oben gebogenen Unterschnabel aufgeworfen wirkend). Im Brutkleid am kastanienbraunen Vorderhals kenntlich. Kopf und Hals sonst aschgrau. Die Oberseite dunkel mit zahlreichen hellen Strichfleckchen versehen, die аber aus der Ferne betrachtet mit der Rückenfarbe verschmelzen. Ruhekleid ähnlich dem des Prachttauchers, аber auf der Oberseite überund über mit weißen Punktflecken (auf den Schultern auch Strichflecken) bedeckt (daher „Sterntaucher“), die jedoch schon aus geringer Entfernung mit der Rückenfarbe zu Graubraun verschmelzen. Halsunterseite weiß; in Übergangskleidern treten auch schon braunrote Flecken und grauer Anflug auf. Jugendkleid: oben mit hellen Spitzenstrichen und Fleckchen. Vorderhals mehr oder weniger graubraun verwaschen. — Stimme: ähnlich der des Prachttauchers. Keckernde und knarrende Laute, auch „ak“ (Voigt). Nach Hortung & Baker (1932) beginnt die Balz mit kurzen Rufen, welche immer schneller wiederholt werden und in eine lange Reihe brüllender Laute übergehen (vgl. auch Beitr. Fortpfl. Vögel 1940, S. 137).
Allgemeine Verbreitung. Zirkumpolarer Brutvogel: Spitzbergen, Bäreninsel, Island, Grönland, arktisches Nordamerika, Tundren Eurasiens einschließlich der Inseln des Eismeeres sowie die nördliche Hälfte der Waldzone; nach Westen bis Norwegen, Färöer und Nordschottland (von Inverness nordwärts,auch auf Hebriden, Orkney- und Shetlandinseln), nach Süden in Sibirien bis zum Mittellauf der Lena, 64° (stellenweise auch 60°) am Jenissei, im europäischen Rußland bis zu den Gouv. Tara, Perm und Nowgorod, Hochmoore Lettlands (Brandt 1940); ferner Kommandeurinseln und nördliche Kurilen.
Wanderungen. Strich- und (überwiegend) Zugvogel. Die europäischen Populationen überwintern аn den atlantischen Meeresküsten Europas vom Nordkap bis nach Gibraltar, ja selbst bis Marokko, ebenso аber auch in der Ostsee und, wenn auch spärlicher, im Mittelmeer, sowie im Schwarzen Meer. Sie wandern dabei sowohl аn der Küste entlang wie durchs Binnenland. Viele verlassen ihr Brutgebiet erst dann, wenn dort kein offenes Wasser mehr zu finden ist; andere ziehen von dort schon im August/September zur Küste und erscheinen im Oktober/November oder noch später аn unseren Küsten, von wo sie im März/April wieder nach Norden aufbrechen. Doch trifft mаn bei uns und in den Nachbarländern (z. B. Holland, Ungarn) mitunter noch im Mai oder Juni einzelne, meist unausgefärbte. Ankunft im Brutgebiet (Finnland) April/Mai. Nicht alle schreiten dort zur Brut; große Scharen nichtbrütender Sterntaucher führen daselbst mitunter einen Frühsommerzug aus.
Vorkommen in Deutschland. Der Sterntaucher erscheint im Oktober аn den Küsten der Nord- und Ostsee in beträchtlicher Zahl. Das Binnenland durchwandert er viel spärlicher; er ist dort etwa ebenso häufig wie der Prachttaucher.
Biotop. Zur Brutzeit stehende Binnengewässer von der Küstenebene bis ins Gebirge. Im Gegensatz zu C. arcticus werden auch kleine, sumpfig-flache Wasserstellen angenommen (Blair 1936).
Außerhalb der Brutzeit wie die anderen Seetaucher vor allem auf dem Meer; im Binnenland auf Seen und Strömen.
Fortpflanzung. Sehr ähnlich C. arcticus und immer, аber nicht selten in Kolonien brütend. — Zedlitz, J. Orn. 1913. — Nicholson, Ibis 1930. — Hortung & Baker, Ibis 1932. — Sutton, The Birds of Southampton. Island, Mein. Carn. Mus., VoL XII, Pittsburgh 1932. — Keith, Brit. Birds 31, S. 66. — Brandt, Beitr. Fortpfl. Vögel 1940, S. 135.
Nahrung. Hauptsächlich Fische; auch Mollusken, gelegentlich große Wasserinsekten und Crustaceen. Mitunter finden sich im Magen auch Federn und Pflanzenteile (vgl. Lappentaucher).
Parasiten. Federlinge: Anatoecus icterodes, Philopterus colym- binus. — Milben: Pterolichus colymbi maior. — Bandwürmer: Hymenolepis capillaris, H. rostellata, Tetrabothrium macrocephalum. — Fadenwürmer: Contracaecum spwuligerum, Cosmocephalus adun- cus, Streptocara crassicauda, Eustrongylides elegans, Eu. tubifex.

Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1803. Colymbus stellatus Pontopp. (Fig. 236.)

Nord-Seetaucher, Rotkehliger Seetaucher.

Colymbus stellatus Pontoppidan, Danske Atlas, I, p. 621 (1763— Dänemark. Basiert auf Willughby’s Taf. 62).

Colymbus Lumme Gunnerus, Trond. Selsk. Skr. I, Taf. II, Fig. 2 (1761); Brünnich, Orn. Bor., p. 39 (1764— „Ex Islandia, Norvegia & Grönlandia. occisus quoque circa Hafniam“).

Colymbus Borealis Brünnich, Orn. Bor., p. 39 (1764— „Occisus circa Hafniam“).

Colymbus septentrionalis Linnaeus, Syst. Nat. Ed. XII, I, 1, p. 220 (1766— „Habitat in Europae borealis lacubus“).

Plotus claudicans Scopoli, Annus I Histor.-Nat., p. 72 (1769— Wahrscheinlich Norditalien).

Mergus Naevia Tunstall, Orn. Brit., p. 3 (1771— Ex „Grey Speckled Diver“ Pennant, Brit. Zool. und „Petit Plongeon“ Brisson, Orn. VI, p. 108).

Urinator striatus Lacepède et Daudin, Tabl. Ois.; 5. iid. Buffons Hist. Nat. (Didot, Duodezausgabe), Quadr. XIV, p. 310 (1799— Ex Ois. XVI, p. 174).

Urinator Bailloni iid., t. c., p. 311 (1799— l. c. Küsten der Picardie. [? partim]).

Colymbus rufogularis Meyer, Meyer & Wolfs Taschenb. d. deutsch. Vogelkunde II, p. 433 (1810— Neuer Name für C. septentrionalis!).

Colymbus Mülleri Brehm, Isis 1826, p. 984 (Grönland).

Colymbus microrhynchos Brehm, Vogelfang, p. 405 (1855— „Wandert durch Deutschland bis nach Griechenland“).

Engl.: Red-throated Diver. — Franz.: Plongeon catmarin. — Ital.: Strolaga minore. — Schwed.: Smålom.

♂♀ ad. im Hochzeitskleide: Stirn, Oberkopf und Halsseiten, Kinn und Kehle aschgrau, Oberkopf etwas dunkler und mit etwas glänzenderen, mehr schieferschwärzlichen Federmitten. Genick und Hinterhals grünlichschwarz mit weißen Streifen, jede Feder mit schmalen weißen Seitensäumen; übrige Oberseite bräunlichschwarz mit fettigem, grünem Schimmer, jede Feder in der Mitte am dunkelsten, аn den Rändern mehr braungrau; außerdem sind Vorderrücken und Oberflügeldecken immer, Skapularen, Rücken, Bürzel und Oberschwanzdecken meist, аber nicht immer, mit rundlichen, nahe den Federspitzen stehenden weißen Punkten geziert. Schwingen und Steuerfedern schwarzbraun, Handschwingen аn der Wurzel der Innenfahnen heller, ins Weißliche ziehend. Am Vorderhalse ein nahezu dreieckiger, langgestreckter, oben schmaler, nach dem Kopfe zu breiter kastanien-rotbrauner Streif; Seiten unter den Flügeln dunkel schieferfarben mit einigen weißen Streifen, übrige Unterseite glänzend weiß, quer über den After eine Reihe brauner Flecke, die meisten Unterschwanzdecken graubraun mit weißen Endsäumen. Unterflügeldecken und Axillaren weiß, letztere mit dunkelbraunen Längsstreifen. Iris nußbraun bis fast kastanienbraun. Schnabel hornschwarz. Füße und Lauf аn der Außenseite grünlichschwarz, Innenzehen und Innenseite des Laufs gelblich oder rötlich weiß, Schwimmhäute weißlich fleischfarben. Flügel 280—295, ausnahmsweise bis 305, Schwanz 47—53, Lauf 70 — 76, Schnabel 51—62 mm. — Winterkleid: Oberkopf und Genick aschgrau, in der Mitte mit dunkleren Federmitten, Hinterhals schwärzlich mit weißen Strichen, übrige Oberseite bräunlichschwarz mit schwachem grünlichen Schimmer, jede Feder nahe der Spitze mit je 2 rundlichen weißen Flecken. Unterseite vom Kinn bis zum After weiß, Seiten unter den Flügeln dunkelbraun mit weißen Federsäumen, Unterschwanzdecken und Aftergegend wie im Sommerkleide. — Juv.: Dem Winterkleide ähnlich, аber die Zeichnung besteht nicht aus rundlichen Flecken, sondern aus anteapikalen, schief stehenden Querstrichen von nicht rein, sondern bräunlich weißer Farbe; der Hinterhals ist grau, nicht deutlich weiß gestreift. — Das Dunenjunge ist dunkel rauchbraun, unserseits heller, аn Brust und Unterkörper bräunlichgrau.
Brutvogel auf Island, den Färöer, in Schottland und аn einer Lokalität in Irland, auf Spitzbergen und in Skandinavien, bis zu den Seen Südschwedens, auf Kolgujew, Nowaja Semlja, in Finnland und Nordrußland bis in die Regierungsbezirke Perm und Nowgorod, in Asien östlich bis Kamtschatka, den Kommandeur-Inseln und vielleicht Sachalin. Auf den Aleuten und in Grönland. In Amerika von Labrador und Neufundland bis Alaska. — Auf dem Zuge und im Winter von den Küsten Islands und Großbritanniens und der Ostsee bis аn die Südküsten des Mittelmeeres, auf dem Schwarzen und Kaspischen Meere, in Japan, China bis Formosa; in Amerika bis Kalifornien, Maine und Florida.

Auch dieser, der weitaus häufigste Vertreter der Gattung, ist vorzugsweise Seevogel, brütet аber fast nur аn Binnenseen und Strömen, auch oft kleinen Teichen, nicht selten eine ganze Anzahl von Paaren dicht beieinander; in Schweden nistet die Art auf kleineren, oft sumpfigen Wasserflächen, während C. arcticus daselbst die größeren und namentlich tieferen Seen bewohnt. Der Lockruf ist ein kurzes, tiefes und knarrendes Ga ga gak oder Gak gak, ack ack; in der Brutzeit hört mаn ein leise klagendes Wau auw, guauw au, „dieselben Töne, die verbunden und laut die dämmernde Abendstille als Balzgesang unterbrechen und dem Rufe des Eistauchers ähneln“ (Hantzsch). Nahrung vorzugsweise Fische, аber auch mitunter Crustaceen und Mollusken. Das Nest steht in der Nähe des Wassers und ist in der Regel eher ein Nest zu nennen als dаs der anderen Colymbus-Arten, indem es aus einigen Stengeln, Schilfblättern, Gräsern und dgl. besteht, mitunter аber ist es auch weiter nichts als eine Vertiefung niedergetretenen und niedergedrückten Grases. Die Eier, normalerweise immer 2 аn Zahl, gleichen denen anderer Arten, nur sind sie bedeutend kleiner. Das mittlere Gewicht ist nach Rey 6.839 g und schwankt von 5.43 bis 7.95 g. Der Durchschnitt von 108 Eiern (40 „Neuer Naumann“, 30 Rey, 16 le Roi, 22 Jourdain) ist nach Jourdain, in litt., 74.04 x 45.8, Maximum 81.3 x 47.9 und 72 x 48.8, Minimum 66 x 45.1 und 68 x 41 mm. Nach H. Goebel messen 101 Eier im Durchschnitt 73.5 x 46.4 mm, mit einem Maximum von 86 x 48 und 76 x 61 und einem Minimum von 65 x 41 mm.

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Brehm

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]